Schrecksekunden – zum Internationalen Tag älterer Personen

am 01. Oktober 2013

Beliebte Frage in Fahrschulen: „ Ich bin mit 30 km/h unterwegs, und knapp 14 Meter vor meinem Auto betritt jemand die Straße – ich muss sofort bremsen!  Wie schnell bin ich dann noch, wenn ich an der Stelle ankomme? Und wenn ich von Tempo 50 aus bremsen muss?“

Die Antwort verblüfft viele:
– Wer Tempo 30 fährt, steht nach 13,3 Metern. Es passiert nichts.
– Wer Tempo 50 fährt, hat mit dem Bremsen noch gar nicht angefangen! Er überrollt den Menschen ungebremst.

Etwa eine Sekunde dauert die Reaktionszeit des menschlichen Hirns, und in dieser Sekunde fährt man bei Tempo 50 die entscheidenden Meter zuviel.  Erst nach etwa 28 Metern kommt man zum Stehen. Oft dauert die Reaktionszeit noch deutlich länger: etwa bei ungünstigen Sichtverhältnissen, bei Müdigkeit, vor allem aber durch das ganz normale Älterwerden. Deshalb ist Tempo 30 als zukünftige Regel ein Muss, vor allem in einer Gesellschaft, in der der Anteil an Älteren schnell zunimmt.
Für Deutschland geht man zum Beispiel davon aus, dass es im Jahr 2060 fast so viele 80-Jährige (und Ältere) wie 20-Jährige (und Jüngere) geben wird. Gleichzeitig bleiben alte Menschen mobil, s ei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bus und Bahn oder indem sie selber mit ihrem Auto unterwegs sind.

Anteil von Menschen ab 65 in vier verschiedenen EU-Ländern:

Land              2010    2020       2030
Irland               11%    13%       16%
Polen              14%    18%       23%
Frankreich               17%    20&       23%
Deutschland               21%    22%       29%

Quelle: destatis.de


Tempo 30 gehört die Zukunft.

Maria Limbourg, renommierte Mobilitätsforscherin und unsere Botschafterin für 30 km/h, erinnert in einem Interview an Forschungen, die nachweisen, dass „Senioren sich ähnlich verhalten wie Kinder und mit Tempo 30 viel besser zurecht kommen als mit Tempo 50.“ Anders als Kinder sind Senioren aber „überall und zu allen Tageszeiten unterwegs. Sie wollen vielleicht auch mal essen gehen, sie sind nachmittags und abends unterwegs, im Kino oder Theater  – natürlich! Danach muss man sich richten.“ Mit Tempo 30 als neuer Standard-Höchstgeschwindigkeit!

Der Internationale Tag der Senioren ist ein wichtiger Anlass, daran zu erinnern.  Die Tatsache, dass immer mehr Städte sich schon auf die zukünftige Normalität mit Tempo 30 einrichten, ist ermutigend.  Jetzt geht es auch darum, dass auch  interessierte ältere Menschen mit ihrer Unterschrift unseren Forderungen nach einer seniorentaiglichen Stadt Nachdruck verleihen.

Hier kann man das ganze Interview mit Maria Limbourg lesen.

Hier kann man online unterzeichnen.

Hier kann man Material downloaden, um Freunde und Bekannte über die Kampagne “30 km/h – macht die Straßen lebenswert!” zu informieren.

Hier kann man für die Kampagne spenden. Unsere Arbeit ist ausschließlich spendenfinanziert.

 

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