Tausendsassa Tempo 30

Die Ausweitung von Tempo 30 zur regulären Höchstgeschwindigkeit innerorts hat gleich eine ganze Reihe von Vorteilen:

Nachweislich nimmt die Zahl und Schwere von Verkehrsunfällen ab. Der Lärm geht zurück. Die Luftverschmutzung in den Städten und der CO2-Ausstoß werden reduziert und der Verkehr fließt besser. Die Menschen können angstfreier unterwegs sein und umweltfreundlichere Verkehrsmittel (Zu-Fuß-Gehen, Fahrradfahren, Busse und Straßenbahn) werden attraktiver.

Seitdem 1983 in dem norddeutschen Städtchen Buxtehude ein erstes Pilotprojekt ins Leben gerufen wurde, haben sich diese Effekte schon in Tausenden von Tempo-30-Zonen europaweit gezeigt.

Lesen Sie mehr dazu:
Tempo 30 rettet Leben
Gibt es das “verkehrssichere” Kind?
Luftqualität und Klimaschutz
Verkehrslärm und Gesundheit

Lesen Sie auch nach, welche Erfahrungen europäische Städte gemacht haben, als sie Tempo 30 eingeführt und das wissenschftlich untersucht haben.

 

 

 

 

 

 

36 Kommentare

  1. Übrigens, Lautstärke verdoppelt sich mit je “6”db.
    Und halbiert sich dementsprechend.
    Von welchen db ist hier überhaupt die Rede?
    Welches Messverfahren?
    Welche Curve? A gewichtet? C gewichtet?
    Schonmal von der Fletcher Munson Curve gehört?

  2. “Volksbegehren”???
    Das ist ja wohl ein Witz!
    Sowas können sich nur Rentner und Arbeitslose ausdenken.
    Habt Ihr auch schonmal an die Menschen gedacht die Euch das Leben finanzieren? Wir müssen pünktlich von A nach B kommen. Für mich als Selbständigen bedeutet langsamere Fahrt weniger Einkommen.
    Und hier den Schutz der Kinder vorzuschieben….Da schreibe ich lieber nicht was jetzt gern schreiben würde. UND ich bin Familienvater. Ich sag nur 30.000 Kinder leben in Deutschland in Armut!!! Wie wäre es denn mal da mit einem “Volksbegehren”??? Was den Verbrauch angeht kann ich keine qualifizierte Meinung abgeben ABER ich plane und baue Tonstudios, Kinos und führe Lärmmessungen nach DIN Norm durch. Deswegen muss ich Euch leider sagen das es TOTALER NONSENS ist zu behaupten es würde Leiser werden wenn alle 30 fahren! Bei einem Fahrzeug unter Laborbedingungen, ja. Gemessen am Verkehrsaufkommen in der Stadt LÄCHERLICH. Es gibt verschiedenste Studien zu dem Thema.

    • Eigentlich sollten Sie, wenn Sie Lärmmessungen durchführen, auch wissen, daß der Lärm von Fahrzeugen zu einem großen Teil aus Abroll- und Fahrtwindgeräuschen besteht, die sich mit der Geschwindigkeit erhöhen.

  3. Tempo 30 ist rassistisch.

  4. Hallo zunächst einmal finde ich Tempo 30 an den richtigen Srellen sehr gut,
    Aber überall Tempo 30 geht gar nicht. Ich bin Therapeutin und habe in meiner
    täglichen Arbeit viele Hausbesuche dem entsprechend viele Fahrten die nie mit
    den öffentlichen Verkehrsmitteln getätigt werden können, da ich in einer Kleinstadt
    wohne und hier ca.alle 30 min mal ein Bus fährt oder sogar noch längere Zeiten.
    Desertieren fällt mir häufig auf,dass mein PKW (corsa d 2008) extrem Laut wird,
    wenn ich mit 30 km/h fahre,ebenso mein Verbrauch steigt dann sehr an!
    Das Risiko für Fahrradfahrer und Fußgänger sehe ich speziell in unserer Stadt
    nicht verringert wenn überall Tempo 30 wäre, da es kaum Übergänge gibt ohne Ampel
    Und zu den Fahrradfahrern in unserer Stadt muss ich noch sagen, dass sehr viele
    rücksichtslos fahren, auf der falschen Straßenseite, ohne zu schauen und einfach über
    Rote Ampeln, tut mir leid aber bei solchem Verhalten hilft kein Tempo 30!!!
    In unserer Stadt gibt es ein gutes Experiment mit einem grünen Pfeil für Rechtsabbieger
    an verschiedenen Kreuzungen um eben den Verkehrsfluss zu unterstützen und das
    funktioniert bei uns sehr gut. Es versteht zwar nicht jeder wie es genau funktioniert,
    aber deshalb gibt es regelmäßige Aufklärungen.
    Was ich damit sagen will ist, dass in unserer Stadt viel für Sicherheit gemacht wird und ein Tempo 30 Limit überall nicht effektiv und nicht wirtschaftlich ist. Wenn ich 15 Minuten zeit habe um von Ort a zu b zu gelangen und dabei 15-25 km überwinden muss brauche ich die doppelte zeit bei Tempo 30 das würde für mich bedeuten,dass ich jeden Tag doppelt so lange arbeiten würde bei gleicher Anzahl an Therapien….
    Sowas würde kein Betrieb der viele Strecken fahren muss leisten können weil wer arbeitet doppelt so lange für das gleiche Gehalt??!
    Also Sicherheit ja aber es muss dennoch wirtschaftlich sein und darf nicht die kleinen Betriebe schädigen was es würde….

    • Das stimmt so nicht – bei Tempo 30 verbessert sich der Verkehrsfluss deutlich, es gibt weniger Staus und deshalb bis du wahrscheinlich nicht langsamer als bei Tempo 50.
      Schaltest Du bei 30 in den 3. Gang? Dann ist es nicht so laut und wenn Du nicht mehr schneller werden willst, ist das auch ok (oder fährst Du einen Oldtimer? Dann nicht)

      Und Sicherheit (= Menschenleben) gegen Wirtschaftlichkeit auszuspielen, halte ich für ziemlich bedenklich.

      • @Frank
        Ich denke mal nicht, dass der Verkehrsfluss sich bessern würde und es weniger Staus geben würde, da ja viel weniger Fahrzeuge pro Minute das Stückchen Straße überfahren würden.

        Und das mit der geringeren Umweltverschmutzung halte ich auch für bedenklich, da ja in der Stadt der Kraftstoffverbrauch steigt. Dadurch gibt das Fahrzeug (logischerweise) mehr Abgase ab.

        Gruß Tim

      • Falsch, Tempo 30 führt (bestenfalls) nur zur Verstetigung des Verkehrs, aber nicht zur Verbesserung des Verkehrsflusses in Bezug auf die erreicbare Kapazität und Durchschnittsgeschwindigkeit. Selbst die Verstetigung gilt nur ohne externe Störquellen (Ampeln, querende Hindernisse, etc.)

        Sicherheit: Nur dort, wo es ein Sicherheitsproblem gibt, ist T30 nötig. Wo es aber auch mit T50 keine nennenswerten Unfälle gibt, nicht.

        • Auch nicht ganz richtig. Da sich mit der Reduktion des Bremsweges auch der Sicherheitsabstand verkleinert, nimmt die Kapazität der Straße zu, und auch unverhergesehene Geschwindigkeitsänderungen (also Abbremsen) haben keinen so starken Effekt auf die nachfolgenden Autofahrer. Man ist mit 50 Kilometern die Stunde nur gefühlt langsamer am Ziel, durch weniger Stop-and-go amortisiert sich der Effekt der wenigen wirklich mit 50 zurückgelegten Strecken sehr schnell.

    • Hallo Isa,
      ich bin geblendet von der Brillianz derartiger Argumentation.
      Fordere doch 100km/h innerhalb von Ortschaften! Dann müsstest Du nur noch halb solange arbeiten. Wäre doch super:D
      btw, wenn das Geschäftsmodell eines Betriebes darauf beruht, anderen Menschen das Lebensumfeld zu verpesten, dann hat der Betrieb das falsche Geschäftsmodell. Betrachte es doch mal von dieser Seite!
      Viele Grüße, Ole

  5. Die Idee für mehr Sicherheit und bessere Ökobilanz ist ja ganz nobel und richtig. Die Maßnahme aber ist die völlig falsche.
    Die Sicherheit würde sich deutlich erhöhen, wenn Erwachsene (und auch Kinder) das tun, was versucht wird den Kindern beizubringen: gucken, bevor man Verkehrswege betritt!
    Den Kraftstoffverbruach und damit die Schadstoffbelastung ließe sich durch einfache Maßnahmen reduzieren: Sinnvolle Ampelschaltungen: In Vielen Großstädten ist es heute üblich, den gesamten Verkehr aufzuhalten sobald ein öffentliches Verkehrsmittel sich nähert. Weiterhin ist es heute üblich die Ampelphasen zu verkürzen bei hohem Verkehrsaufkommen. Beides ist entsprechend kontraproduktiv.
    Ein erhebliches Einsparpotential ergibt sich noch aus der Fahrweise, die jeder einzelne an den Tag legt. Mit Sicherheit ließe sich 10-15% Krafststoff einsparen, wenn jeder Fahrer auf kraftstoffsparendes Fahren geschult wird. Ich selbst fahre mit dem angegebenen Normverbrauch von meinem Fahrzeug un bin trotzdem (oder gerade deswegen) der Schnellste auf den meisten Strecken. Soll also keiner behaupten, dass die ermittelten Verbräuche im NEFZ unrealistisch wären.
    Um nich rein pro-Individualverkehr rüberzukommen: Soweit es mir möglich ist nutze ich den ÖPNV. Leider ist der nicht überall Flächen- und Zeit-deckend ausgebaut. Wenn ich die Wahl habe zwischen 1,5h ÖPNV oder 25min Autofahrt (reales Verhältniss) und das Auto dann auch noch günstiger ist, fällt die Wahl nichr alzu schwer.

    • “gucken, bevor man Verkehrswege betritt”
      Bei fast jeder Unfallmeldung in den Polizeipressemitteilungen steht “hat der Fahrer den xyz übersehen”. Soviel zum Thema “gucken”…

      Bei Tempo30 ist faktisch mehr Reaktionszeit für alle Verkehrsteilnehmer, oder möchten Sie das in Frage stellen?

      Wenn Sie wirklich effektiv den “Kraftstoffverbruach und damit die Schadstoffbelastung” reduzieren wollten, wäre die einfachste Maßnahme, Ihr Fahrzeug nicht zu bewegen. Alles andere “Ampelschaltung”, “Fahrweise”, usw. sind nur nachrangig.

      Wenn also wegen der Tempo30-Regelung die 1km-zum-Bäcker-Fahrer, die 2km-zur-Schule-Chauffeure oder die 5km-nach-der-Arbeit-nicht-Radler wegfallen würden wäre das wirklich ein Gewinn. Wiederum für alle, weil genau der Verkehrsraum würde dann für SIE frei werden.

      • das gilt in hohem maße für diejenigen,die einfach zum spaß durch die gegend fahren,nämlich die motorradfahrer!

  6. Tempo 30 als Dauereinrichtung in sämtlichen innerörtlichen Bereichen ist eine gefährliche Forderung, die von wenig Praxissinn zeugt. Die Folge einer solchen Regelung wären massenhaft überhitzte Fahrzeugmotoren (vor allem bei älteren Fahrzeugen, selbst wenn sie noch so hervorragende Abgaswerte aufweisen) und eine drastische Zunahme von Auffahrunfällen, da beim ständigen Langsamfahren die Gefahr zunehmender Unaufmerksamkeit besteht. Überhitzte Motoren verbrauchen in der Regel mehr Kraftstoff. Man bedenke nur einmal, daß die günstigsten Kraftstoffverbrauchswerte nicht etwas bei den niedrigeren Geschwindigkeiten im Stadtverkehr erreicht werden, sondern bei konstanter Fahrweise im Bereich von 80 bis 90 km/h! Bei innerorts 50 steigen diese Werte um durchschnittlich 2 bis 5 Liter – je nach Fahrzeugtyp und Motorisierung. Tempo 30 allerorts würde innerhalb kürzester Zeit zum totalen Verkehrskollaps in den Stadten führen und genau das Gegenteil bewirken: Mehr Abgase, mehr Fahrzeugdefekte und mehr Unfälle! Wer das nicht glaubt, dem empfehle ich eine Reise in eines der südostasiatischen Länder: Dort herrscht – gezwungenermaßen wegen des dichten Verkehrsaufkommens – maximal Tempo 30 in den Großstädten, und die Menschen dort halte ich für die sichereren Kraftfahrer, und die meisten Fahrzeuge sind dort ebenfalls auf neuestem technischen Stabndard. Es ist die Hölle, welche Auswirkungen solch ein zähflüssiger Verkehr haben kann! Ich habe mittlerweile 43 Jahre Fahrerfahrung im In- und Ausland, und kann nur jedem raten: Finger weg vom generellen Tempo 30 – es wäre der falsche Weg!

    • “Die Folge einer solchen Regelung wären massenhaft überhitzte Fahrzeugmotoren…”

      Da müssten die Motoren auch jetzt schon an jeder Ampel ständig ausfallen oder diese Fahrzeuge dürften aus Tempo30-Zonen wegen des Ausfalls gar nicht mehr rauskommen.
      Ich halte die Aussage für eine Nebelkerze und zudem für ziemlichen Schwachsinn.

      “Tempo 30 allerorts würde innerhalb kürzester Zeit zum totalen Verkehrskollaps in den Stadten führen und genau das Gegenteil bewirken…”

      Von “allerorts” redet niemand. Es soll die GRUNDGESCHWINDIGKEIT auf maximal 30 gesenkt werden, also eine Geschwindigkeit die aktuell sowieso schon aufgrund der Verkehrsdichte auf vielen Straßen innerorts gefahren werden muss.
      50 km/h darf und soll begründet auf besonderen Strecken freigegeben werden, es wird nur das Prinzip geändert: statt massenhaft Tempo30-Zonen auszuweisen, werden nun die Tempo50-Zonen ausgewiesen.

      “zähflüssiger Verkehr” entsteht nicht dort, wo langsam gefahren werden muss, sondern dort, wo sich zu viele Verkehrsteilnehmer auf zuwenig Raum befinden. Ob es nun zu viele bei 30 km/h oder bei 50 km/h sind ist vollkommen irrelevant.
      WENN Sie zähflüssigen Verkehr verhindern wollen, müssen Sie die entweder Raum vergrößern oder den Raum verkleinern, den die Verkehrsteilnehmer benötigen.

      Ein “Verkehrskollaps” entsteht ebenfalls nur dort, wo die Verkehrsteilnehmer nicht schnell genug “wegkommen”. Genau dafür sollen aber weiterhin die “Tempo50-Straßen” beibehalten werden, auf denen der Verkehr schnell “weg” kann. Und ob ein Autoschlange vor dem Parkhaus nun bei Tempo30 oder Tempo50 wartet, ist wiederum irrelevant.

    • offenbar haben die meisten angst,ihren motor zu überhitzen,da selten jemand 30er beschränkungen einhält,ich selbst halte mich an die gesetze,habe meinen motor dabei nie überhitzt

  7. Schon unserer Kinder wegen 30 kmh in ganz Europa:

    • Wenn man keine echten Argumente hat, müssen immer “die Kinder” herhalten. Wie bei JEDER Steuererhöhung. Die ist immer nur “für die Kinder”, “für mehr Bildung”, “für mehr Sozialleistungen” und die Freiheit einschränkende Gesetze dienen ja nur “für mehr Sicherheit” – ohne je einen Nachweis führen zu müssen, dass dem tatsächlich so ist, gell?

      • Na super. Dann mal her mit dem sachlich fundierten Nachweis und den echten Argumenten, dass Tempo 30 nichts bringt.

  8. Sorry, aber man kann diese gestrige Meinung auf dieser informativen und argumentativ erschöpfenden Seite nicht zuoberst stehen lassen. Die entscheidende Frage bei Tempo 30 ist doch: Warum nicht?
    Alle vorhandenen Analysen zeigen doch, dass der stets von der motorisierten Fraktion priorisierte automobile Verkehrsfluss sogar besser wird. Wobei stets vergessen wird: Auch Fahrradfahrer und Fußgänger sind Verkehr. Es gilt nicht das Recht des Stärkeren und es geht auch nicht darum, es den Autos so bequem wie möglich zu machen.
    Mit Tempo 30 sinkt der CO2-Ausstoß, die Sicherheit für die unmotorisierten Verkehrsteilnehmer steigt, die Zahl der tödlichen Unfälle nimmt gravierend ab. Fast wie nebenbei erhöht sich, wie das Beispiel Graz zeigt, die Zahl derer, die sich unmotorisiert auf die Straße wagen. Ganz einfach, weil die Differenzgeschwindigkeit zu den Autos nicht mehr so groß ist. Und im Nebeneffekt sinkt auch der Lärmpegel, der Stressfaktor und die Schadstoffemissionen. Alles Zutaten für eine lebenswertere Stadt.
    Da nützt auch alle technizistische Erbsenzählerei, wieviel ein Auto in welchem Gang verbraucht, nichts. Seht endlich ein: Die Straßen gehören nicht den Autos, nur weil sie groß und schwer sind. Für urbane Distanzen sind Personenkraftwagen nichts anderes als Dinosaurier mit einem lausigen Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag, sprich Energieverbrauch zu Beförderungsleistung. Für die Beförderung von Personen braucht man kein Auto, selbst kleinere Lasten lassen sich mit dem Fahrrad, ggf. samt Anhänger befördern. Da liegt noch so viel Potenzial.
    Die Zukunft braucht nicht mehr, sondern weniger motorisierten Verkehr, aus Klimagründen, aber auch aus Gründen der puren Lebensqualität. Die “autofreundliche Stadt” war ein abstruser Irrweg, das muss man schlicht konstatieren. Einfach mal neu denken, sich logischen Argumenten öffnen – und raus aus der Hängematte von Gewohnheit und Bequemlichkeit auf Kosten der Umwelt und der Menschen! Tempo 30 löst auf einen Streich ein ganzes Bündel von Problemen im innerstädtischen Raum. Also, nochmal: Warum nicht?!

    • Sie haben wohl auf meinen Beitrag Stellung bezogen. Vorweg, ich besitze kein Auto und fahre ausschließlich Fahrrad und benutze den ÖPNV. “Mein Ford Focus” ist ein Fahrzeug aus der Familie, dass ich ab und zu fahre. Dennoch bin ich in der Lage eine “technizistische Erbsenzählerei” zu betreiben und zB. ihren Worten:

      “Mit Tempo 30 sinkt der CO2-Ausstoß [..] Und im Nebeneffekt sinkt auch der Lärmpegel, der Stressfaktor und die Schadstoffemissionen.”

      Auf den Grund zu gehen, denn nur weil man etwas sagt heißt das nicht, dass dies auch der Fall sein muss. Wie im Beispiel Tempo 30.
      Sie behaupten etwas, was nicht den Fakten, Sie nennen es Erbsenzäglerei, entspricht.
      Sie haben eine Vision und Wünsche für eine moderne und saubere Infrastruktur in urbanen Räumen, ich auch. Mit dem Unterschied zu ihnen, betrachte ich aber die Dinge nicht aus Emotionen heraus, sondern versuche so viel wie möglich davon zu verstehen und zu hinterfragen.

      Fahrräder und Fußgänger gehören natürlich in das Verkehrssystem einer Stadt, es gilt jedoch Rücksicht von allen Beteiligten auf die jeweils Anderen zu nehmen. Einen Angleich der Geschwindigkeiten halte ich für sinnvoll aber dem Verkehrsmittel entprechend. Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen einem Fußgänger und Radfahrer, der mit 25km/h durch den Prenzlauer Berg schießt ist prozentual wesentlich höher als der zwischen Fahrradfahrer und PKW. Ist das ein Thema, nein.
      Ein Fußgänger kennt diesen Fakt und wird sich umschauen, bevor er eine Schnittstelle der Verkehrsmittel überschreitet. Diese Vorsicht ist notwendig, leider aber auch abhängig vom Charakter. Sie wissen genau, wieviele Radfahrer es gibt, die ihr Leben davon abhängig machen ob ein PKW-Fahrer auf seine Rechte verzichtet oder nicht. Daran wird sich auch mit Tempo 30 nichts ändern.

    • wie sieht das aus in unserer heilen ,fortschrittlichen welt,ein fahrrad mit anhänger??nogo,nur mit auto bist du was!(ironie…)

  9. Ich bin von einem generellen Tempolimit von 30Km/h innerorts genauso wenig überzeug wie von 120Km/h auf Autobahnen. Auch wenn sich die beiden Forderungen etwas unterscheiden, ist die Idee dahinter die gleiche. Die Umwelt soll geschohnt und die Verkehrssicherheit erhöht werden.
    Wir müssen weiterhin in diese Richtung laufen, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Ein Tempolimit ist dabei ein Werkzeug, dass ich für nicht zielführend genug halte.

    Was genau verbraucht denn die meiste Energie? Exakt, das ständige Beschleunigen der großen Massen. Ziel sollte es also sein, den Verkehr fließen zu lassen und inteligent zu leiten. Ein wesentliches Problem ist dabei die hohe Anzahl an Fahrzeugen bei gleichzeitig schlechter Verkehrsführung. Eine City-Maut mit sehr gutem Verkehrsleitsystem hätte eine wesentlich besser “Ökobilanz” als ein stupides Tempo 30.

    Und auch das Thema Sicherheit wird zwar aufgeführt aber aus meiner Sicht einfach nicht zu Ende gedacht. Es ist ja schön, dass sich alle das Thema Umweltschutz und Sicherheit auf die Fahnen schreiben und dann mit solchen Vorschlägen um die Ecke kommen, die einen sehr geringen Einfluss auf das Thema haben und gleichzeitig einen Einschnitt in die persönliche Verantwortung bedeuten.
    Wenn man konsequent ist, muss man autonomes Fahren erzwingen. Denn solange der Mensch am Steuer sitzt, wird der Verkehr ineffizient und gefährlich bleiben egal ob bei 30Km/h oder 50Km/h. Auch das wäre ein Einschnitt in die persönliche Verantwortung, hätte aber wenigstens einen deutlichen Einfluss auf Umweltschutz und Sicherheit. Die gleiche Argumentationsstruktur ist hier aber auf einmal “zu viel des Guten”.

    Ich bin immer erstaunt, dass es Menschen gibt die denken, bei Tempo 30 wird es keine aggresiven Verkehrsteilnehmer mehr geben. Auch bei Tempo 30 werden Menschen falsche Entscheidungen treffen und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen bzw. töten. Das ist für Sie als Lobbygruppe in Ordnung?

    Mich stört einfach, dass es hier nicht um die Sache geht sondern unduchdachte, populsitische Forderungen gestellt werden für die einige Gruppen “schon immer” gekämpft haben. Es tut mir leid aber wenn ich mir die Unterstützer anschaue, sind Sie nichts weiter als eine große Lobby die gegen eine andere große Lobby ankämpft. Das ist schade, weil damit keines unser Probleme gelöst wird.

    • Ein kleiner Nachtrag, ich bitte um Entschuldigung.

      Ich möchte ein Beispiel nennen, um nicht auch nur Behauptungen aufzustellen:

      Ein Großteil der Fahrzeuge auf deutschen Straßen hat ein Fünfganggetriebe und der Verbrauch eines Motors ist sehr stark von der Drehzahl abhängig. Ich bin gerne sparsam und effizient unterwegs und eine Drehzahl von 1100U/min stellt bei meinem Ford Focus das Optimum dar.
      Durch die Übersetzung des Getriebes muss der Motor für 30km/h im vierten Gang mit etwas über 1100U/min betrieben werden. Außerdem kann ich nur den vierten Gang nutzen und komme mit der gleichen Anzahl von Umdrehungen weniger weit als mit 1100U/min im fünften Gang. Der Verbrauch je Kilometer ist im Vergleich zum fünften Gang also höher. Das Optimum bei meinem Fahrzeug ist ~46km/h bei 1100U/min im fünften Gang. Sehr nahe an den aktuellen 50km/h.

      Sie argumentieren also mit Umweltschutz und wollen einen erhöhten Verbrauch durchsetzen, dass finde ich sehr interessant.
      Ich glaube eher, dass Sie sich noch nie wirklich mit der Thematik beschäftigt haben und, warum auch immer, davon ausgehen das der Verbrauch mit niedrigeren Geschwindigkeiten zurück geht. Das ist nicht der Fall! Sie fordern mehr fossilen Treibstoff in Innenstädten zu verbrennen!

      Ein kleiner Selbsttest sollte auch Sie aufklären:

      Fahren Sie doch mal im ersten Gang zum Bahnhof und zurück.

      • Ich schlage ebenfalls einen Selbsttest vor: Einfach mal innerorts/innerstädtisch (damit mein ich keine Stadtautobahnen) Zeit und Strecke festhalten und das Durchschnittstempo errechnen. Das wird eher bei 30 als bei 50 liegen… Damit würde Tempo30 zu einem gleichmäßigeren Fahrverhalten mit weniger Beschleunigung führen.
        Der Ausdruck “Einschnitt in die persönliche Verantwortung” zeigt das Dilemma: Der deutsche Autofahrer möchte partout selbst bestimmen, wie schnell er gerade fährt, denn schließlich weiß er es selbat am besten… wer schon einmal eine Diskussion mit einem Raser geführt hat, weiß wovon ich rede.

        • Das beantwortet nicht eine meiner Fragen, sondern ist nur der gängige Einheitsbrei gegen die bösen Raser und Schnellfahrer.
          Oder sind Sie konsequent und fordern autonomes Fahren? Sie als Fahrer machen Fehler und bedienen das Fahrzeug ineffizient. Hören Sie auf damit und überlassen Sie das einer Einheitssteuerung die einen fleißenden Verkehr ermöglicht.

          Wer das nicht unterschreibt hat einfach keine Argumente mehr, das was Tempo 30 in Innenstädten fordert ist nämlich viel zu wenig und nicht zielführend.
          Und wie gesagt, mein Fahrzeug verbraucht bei Tempo 30 im vierten Gang mehr Benzin als bei Tempo 45 in Fünften. Warum wollen Sie den Verbrauch erhöhen und ihre Mitbürger das zumuten?

        • Ja klar… wenn ich die höchtsgewschindigkeit auf 30 km/h drossele, bleibt die durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h also bestehen? oder wie darf ich diese Argumentation deuten, sorry, aber für mich absoluter humbug und schwachsinn. Um ehrlich zu sein, bin ich eher dafür innerorts auf 2 spurigen bundes- und landstraßen tempo 70 einzuführen. auch wenn es hart klingen mag, aber wer dort über die straße rennt, und tot gefahren wird, der ist wohl der natürlichen Selektion zum leibe gefallen.

    • Ganz kurz nur eine Bemerkung zum Thema “Energie wird durch Massenbeschleunigung verbraucht”. Ja, das ist richtig, aber ab einer gewissen Geschwindigkeit spielt die Masse die unterwegs ist keine Rolle mehr und es wird viel mehr Energie durch Luftreibung verbraucht.

  10. Tempo runter – aber muss es 30 sein?
    Ich bin unbedingt dafür, das innerörtliche Tempo zu reduzieren. Ich wohne an einer Ortsdurchgangsstraße und bin seit Jahren von dem rücksichtslosen und aggresiven Fahrstil der Autofahrenden genervt. Wenn ich dann lese: Tempo 30 überall, aber nicht in den Durchgangsstraßen, dann sage ich: danke, damit kann ich nichts anfangen, das bringt bei uns keine Verbesserung. Und deshalb unterschreibe ich hier auch nicht. Es sind doch gerade die Durchgangsstraßen, wo eigentlich das Tempo runter müsste. Mein Vorschlag: Tempo 40 als Regelgeschwindigkeit im Ort definieren und alle 30-er Zonen, die es schon gibt, einfach so lassen, wie sie sind. Das ist die allerbilligste Methode und sie bringt auf den jetzt besonders belastetetn Straßen eine Beruhigung und für den Autofahrenden ist das ein verträgliches Tempo (ich selbst fahre gerne 40 km/h).

  11. Nein – ich widerspreche hier einmal … Zunächst fahre ich sowieso die meisten kurzen Strecken (bis 10 km) in der Stadt mit dem Fahrrad, wenn es das Wetter einigermaßen hergibt. Ich habe auch nichts dagegen, wenn in Wohngebieten und vor Schulen, Kindergärten, Altenheimen usw. entsprechende Beschränkungen stehen. Ich halte aber gar nichts davon, wenn das auch für Durchgangs- und Ausfallstraßen gilt. Deswegen bin ich für eine solche Initiative gar nicht zu haben – warum gerade Tempo 30? Die gleichen Argumente, die hier gebracht werden, greifen auch, wenn ich auf Tempo 25, 20, 10 oder 5 km/h begrenze – oder am besten die innerörtliche Benutzung privater Kfz ganz verbiete (außer sie werden geschoben).

    • Karl Fuchs hat es noch nicht verstanden. Der Vorschlag überlässt es den Kommunen ausdrücklich, Abweichungen zu definieren. Durchgangs- und Ausfallstraßen würden wohl bei jeder Kommune dazu gehören.
      Das Wunderbare an diesem Vorschlag ist, dass innerorts eine allgemeine Verlangsamung erreicht wird, weniger Schilder aufgestellt werden müssen und sowohl Fußgänger wie Radfahrer weitaus weniger Angst vor Autos haben müssen, als dies heute der Fall ist.

      • Frau Peltonen,

        haben Sie wirklich Angst vor Autos?

    • zunächst Respekt vor dem “Fahrrad-Einsatz”. Ich fahre zwar auch lieber mit dem Rad in unsere Stadt, schon weil mich die Parkplatzsuche nervt. Aber mit “großem Gepäck”…
      Wie auch immer, ich erwarte mir von 30km/h, dass die Leute einfach mal drüber nachdenken. Spontan würde ich auch sagen, auf “Ein-/Ausfallsstraßen” (ich wohne an einer solchen) reicht auch 50. Wäre da nicht der Fuß-/Radweg, den viele Schüler nutzen. Und würde denn auch max. 50 gefahren…
      Immer häufiger passiert mir, dass ich in Ortschaften aggreesiv überholt werde – wenn ich 50 fahre, um den Anliegern nicht anzutun was ich täglich erlebe.
      Insgesamt erhoffe ich mir Diskussion, daraus resultierendes Verständnis für die Anlieger – auch bei den Kommunen, die dann (vielleicht) auch mehr auf Einhaltung des Tempolimits achten, wo es noch auf 50 lautet…

      • “Immer häufiger passiert mir, dass ich in Ortschaften aggreesiv überholt werde – wenn ich 50 fahre, um den Anliegern nicht anzutun was ich täglich erlebe”

        Genau das erlebe ich auch oft. Heftig ist auch, wenn mir eine Mutter von drei kleinen Kindern erzählt, wie sehr es sie nervt, wenn sie hinter einem genau 50km/h Fahrenden her fahren muss …
        Ich dachte, wenigstens Eltern hätten ein Interesse an einer ruhigen Fahrweise im Ort.

    • Warum gerade Tempo 30?

      Tempo 30 ist eine Geschwindigkeit, bei der so gut wie niemand mehr stirbt. Wird schneller gefahren stegt die Totungswahrscheinlichkeit eines Fußgängers rapide an. Aufprallgeschw. 50 km/h: 50% sterben, 30 km/h: 8% sterben (viel weniger geht nicht, da immer das Risiko besteht, dass ein Fußgänger unglücklich stürzt).

      Tempo 30 ist auch eine Schwellengeschwindigkeit für Lärm. Oberhalb 30 km/h dominieren die Rollgeräusche der Pkw. Dann sind auch Elektroautos nicht mehr leiser.

      Außerdem kann natürlich jede Stadt oder Gemeinde in Wohnstraßen weniger festlegen. Die Kompetenz dafür zu verlagern ist auch ein Ziel dieses Volksbegehrens.

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