Ruhig bleiben – Tempo 30 macht die Straßen leiser

am 24. April 2013

Verkehrslärm kann krank machen. Der heutige “Internationale Tag gegen Lärm” macht auf dieses wichtige Thema aufmerksam. Mit Tempolimit 30 statt 50 wird der Verkehrslärm aber spürbar verringert, die Lebensqualität nimmt zu. Besonders für Kinder und die wachsende Zahl älterer Menschen verbessert sich das Verkehrsklima.

 

Derzeit gehört der Lärm zu den größten Gesundheitsrisiken. Der VCÖ, Partner der Kampagne “30 km/h – macht die Straßen lebenswert!” nennt dazu die aktuellen Zahlen aus Österreich:

Dort fühlen sich 2,7 Millionen Menschen durch Lärm in ihrem Wohnumfeld beeinträchtigt. Der größte Lärmerreger ist der Straßenverkehr, der rund 1,5 Millionen Menschen in Österreich belastet. “Insgesamt leidet jede fünfte Person in Österreich unter dem Lärm des Kfz-Verkehrs. In den größeren Städten ist dieser Anteil noch höher”, sagt VCÖ-Experte Markus Gansterer.

Das entspricht dem europäischen Durchschnitt:

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind europaweit etwa 20 % der EU-Bevölkerung Lärmpegeln ausgesetzt, die zu Belästigung, Schlafstörungen und Gesundheitsbeeinträchtigungen führen können. „Lärm ist nicht nur eine Belästigung, sondern stellt eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit dar“, urteilt die WHO und resümiert, dass durch Verkehrslärm europaweit jedes Jahr eine Millionen gesunder Lebensjahre verloren gehen.

 

Weniger Tempo – weniger Lärm

 Aber diese Probleme kann man lösen. Niedrigere Tempolimits verringern den Verkehrslärm, denn Autos, die langsamer fahren, sind leiser. Bei 50 km/h sind die Rollgeräusche lauter als der Motorenlärm. Wird die Höchstgeschwindigkeit auf einer Straße von 50 auf 30 km/h reduziert, verringert sich der Lärm um durchschnittlich drei Dezibel. Von Menschen wird dies wie eine Halbierung der Verkehrsmenge wahrgenommen. Eine weitere Lärmreduktion ergibt sich, weil Tempo 30 einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss fördert. Bei Tempo 30 reduzieren sich Brems- und Beschleunigungsvorgänge um 14 Prozent. Der Lärmpegel des Vorbeifahrens sinkt so insgesamt um bis zu acht Dezibel, das ist eine wahrgenommene Lärmreduktion von 75 Prozent.

 

30 km/h sollte als Standard der Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet in der Straßenverkehrsordnung verankert werden – mit der Möglichkeit begründeter Ausnahmen nach oben und unten.

Die meisten Autofahrten sind innerorts kürzer als fünf Kilometer. Da die tatsächlich gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit bei Tempo 30 nur gering sinkt, beträgt die Fahrzeit je Strecke nur wenige Sekunden mehr als bei Tempo 50. Nur auf langen Strecken durch die Stadt wäre eine längere Fahrzeit spürbar. Diese längeren Strecken führen in der Regel über Hauptverkehrsstraßen, auf denen Tempo 50 als begründete Ausnahme gelten kann.

VCÖ Grafik Tempo 30 deutlich leiser

 

 

 

 

 

 

Was also ist der beste Beitrag zum heutigen Tag gegen Lärm? Genau: die EBI “30 km/h – macht die Straßen lebenswert!” unterschreiben!

 

Quellen:

VCÖ: Lebensqualität für Städte und Gemeinden durch Tempo 30

WHO:  Burden of disease from environmental noise

Grafiken: VCÖ, s.o.

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